Schwefelsäure
Schwefelsäure ist H₂SO₄, eine diprotische Oxosäure. Zwei O–H-Gruppen können Protonen stufenweise abgeben.
Die übliche Struktur zeigt zwei saure O–H-Gruppen.
HO–S(=O)₂–OH ist ein nützliches Lewis-Zählbild. Es zeigt beide protonentragenden Gruppen, ohne die reale Bindung vollständig auf eine einzige lokalisierte Struktur zu reduzieren.
Die beiden Dissoziationsstufen sind chemisch verschieden.
Die erste Protonenübertragung wird in verdünntem Wasser praktisch als vollständig behandelt. HSO₄⁻ kann ein zweites Proton abgeben, aber dieser Schritt ist ein reversibles Gleichgewicht.
Formel lesen
Das Mischen mit Wasser ist stark exotherm.
Hydratation und Ionenbildung setzen viel Wärme frei. Diese Wärme gehört zum Misch- und Solvationsprozess, nicht zur bloßen Summenformel.
Referenzdaten
| Formel | H₂SO₄ |
|---|---|
| CAS | 7664-93-9 |
| PubChem CID | 1118 |
Vertiefen
Sind die gezeichneten S=O-Bindungen vollständig lokalisierte Doppelbindungen?
Nein. Lewis-Strukturen sind Zählmodelle; die reale Elektronenverteilung ist stärker delokalisiert.
Warum ist die zweite Protonenabgabe schwächer?
Nach dem ersten Schritt ist die Spezies bereits negativ geladen; die Bildung eines Dianions verändert Elektrostatik und Solvation deutlich.