Chemisches Element · Referenzseite
78Pt

Platin

Platin ist Element 78 (Pt) in Periode 6, Gruppe 10 und im d-Block. Bei Raumtemperatur ist der Referenzzustand fest. Die Elektronenkonfiguration lautet [Xe] 4f14 5d9 6s1.

Ordnungszahl78
Standard-Atomgewicht195.084(9)
Gruppe10
Periode6
Blockd
Elektronenkonfiguration[Xe] 4f14 5d9 6s1
Elektronenstruktur

Was seine Chemie bestimmt

Bei Platin spielt die d-Unterschale eine wichtige Rolle für die Chemie. Elektronen ähnlicher Energie können an Bindungen beteiligt sein; dadurch sind mehrere Oxidationsstufen und Koordinationsverbindungen möglich.

Die Konfiguration [Xe] 4f14 5d9 6s1 verändert sich bei der Ionenbildung. Damit können sich Farbe, Magnetismus, Bindungsverhalten und Reaktivität deutlich ändern.

Chemische Formen

Verbindungen, Ionen und Materialien

Platin bildet Metalllegierungen sowie Verbindungen in mehreren Oxidationsstufen. Häufig sind Oxide, Halogenide, Sulfide und Koordinationskomplexe; welche Formen stabil sind, hängt stark von Reaktionsbedingungen und Liganden ab.

Physikalisches Verhalten

Aggregatzustand und Phasenübergänge

Der Referenzzustand von Platin bei Raumtemperatur ist fest. Zu den angegebenen Stoffdaten gehören Dichte: 21.45 g/cm³; Schmelzpunkt: 2 042 K (1 769 °C); Siedepunkt: 4 098 K (3 825 °C). Messwerte können von Reinheit, Druck, Kristallstruktur oder allotroper Form abhängen.

Vorkommen und Anwendungen

Wo Platin vorkommt und wofür es verwendet wird

Platin kommt in natürlichen Rohstoffen, Mineralen oder chemischen Verbindungen vor und wird technisch unter anderem in Bereichen wie Katalysatoren, Schmuck und Medizinische Anwendungen eingesetzt.

In der Praxis

Konkrete Anwendungsbeispiele

Katalysatoren

Platin oder seine Verbindungen dienen als Katalysatoren, wenn sie Reaktionswege erleichtern und chemische Umsetzungen beschleunigen können.

Schmuck

Platin wird wegen Farbe, Glanz, Korrosionsbeständigkeit und Verarbeitbarkeit in Schmuckstücken oder Schmucklegierungen eingesetzt.

Medizinische Anwendungen

Platin wird in ausgewählten medizinischen Anwendungen eingesetzt. Funktion und Risiko hängen dabei von Isotop, chemischer Form und Dosierung ab.

Position im Periodensystem

Was die Nachbarelemente zeigen

Platin steht in Periode 6, Gruppe 10 und im d-Block. Im dargestellten Ausschnitt liegen links davon Silber, Iridium; rechts davon Gold, Meitnerium. Solche Vergleiche zeigen, welche Eigenschaften sich innerhalb einer Periode oder Gruppe regelmäßig verändern und welche Besonderheiten das Element selbst besitzt.

Referenzdaten

Physikalische und atomare Eigenschaften

KlassifikationÜbergangsmetall
Aggregatzustand bei RaumtemperaturFest
Elektronenschalen2 · 8 · 18 · 32 · 17 · 1
Dichte21.45 g/cm³
Schmelzpunkt2 042 K (1 769 °C)
Siedepunkt4 098 K (3 825 °C)
Pauling-Elektronegativität2.28
Erste Ionisierungsenergie864kJ/mol
Elektronenaffinität205 kJ/mol

Die Werte beziehen sich, soweit anwendbar, auf das Element oder das neutrale Atom. Stoffdaten können von allotroper Form, Druck, Reinheit und Messbedingungen abhängen.

Geschichte

Entdeckung und Identifizierung

Die Entdeckung beziehungsweise Identifizierung von Platin wird mit Antonio de Ulloa verbunden. Entdeckung, Isolierung einer reinen Probe und Einordnung über die moderne Ordnungszahl erfolgten historisch nicht immer im selben Schritt.

Isotope und Atomgewicht

Wie die Isotopenzusammensetzung die Zahlen verändert

Das Standard-Atomgewicht beträgt 195.084(9). Es beschreibt die mittlere natürliche Isotopenzusammensetzung terrestrischen Materials und nicht die Masse eines einzelnen Atoms.

Isotope von Platin besitzen dieselbe Protonenzahl, unterscheiden sich aber in der Zahl der Neutronen. Dadurch ändern sich Atommasse und bei radioaktiven Isotopen auch Kernstabilität und Halbwertszeit.

Sicherheit

Umgang und Exposition

Die Gefährdung durch Platin hängt von chemischer Form, Dosis und Aufnahmeweg ab. Element, Ionen und Verbindungen können biologisch sehr unterschiedlich wirken; maßgeblich sind die Sicherheitsdaten der tatsächlich verwendeten Substanz.